Über Altheim/Alb

Altheim (Alb) liegt 20 km nördlich von Ulm und gehört zum Alb-Donau-Kreis.

Im Norden grenzt Altheim an Gerstetten (Landkreis Heidenheim), im Osten an Ballendorf, im Süden an Börslingen und Neenstetten sowie im Süd-Westen an Weidenstetten.

Einwohner: 1694 (31.12.2014)
Fläche: 25,78 km²

Geschichte Altheims

Altheim liegt an einer Hochfläche (‚Altheimer Ebene‘) im Nordosten der Schwäbischen Alb. Das Gebiet der Altheimer Ebene wurde schon früh besiedelt; Kelten (Ringburg in Zähringen), Römer (Gutshof), Alemannen und Franken haben ihre Spuren hinterlassen.

Urkundlich wurde Altheim im Jahre 1225 erstmals erwähnt. Zu dieser Zeit gehörte das Dorf zum Kloster Elchingen. 1385 gelangte Altheim in den Besitz der Freien Reichsstadt Ulm. 1802 wurde es württembergisch.

Umgeben ist Altheim von ausgedehnten Waldungen, von ruhigen, albtypischen Trockentälern vermischt mit Wacholderheiden.

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Markantes Bauwerk ist die evangelische Kirche „St. Maria“, die im gotischen Stil 1696 an Stelle der alten Kirche gebaut wurde.
Ein weiteres markantes Bauwerk ist das ehemalige Amts- und Fortshaus aus dem 16./17. Jahrhundert. Altheim wurde damit der Sitz des ulmischen Oberforstmeisters. Das 1640 erbaute Pfarrhaus ist heute das Rathaus.

Das Miozän auf der Gemarkung Altheim (von Helmut Bracher)

Nähert man sich Altheim von Süden her, so besticht der Ort schon aus der Ferne durch seine exponierte Hanglage. Der Geländesprung, an den er sich anschmiegt, lässt sich am Horizont in einem großen Bogen verfolgen. Davor breitet sich die weite „Altheimer Ebene“ aus.
Beide Landschaftsformen sind Ausdruck der mächtigen, gestalterischen Kräfte, die das untermiozäne Molassemeer vor etwa 19 Millionen Jahren als bleibende Spuren hinterlassen hat. Denn über die lange Zeitspanne von fast zwei Millionen Jahren hinweg breitete sich ein schmaler Meeresarm zwischen den noch jungen Alpen und dem Südrand der heutigen „Schwäbischen Alb“ aus. In dieser Zeit fraß sich die Brandung dieses Meeres wie eine horizontal geführte Säge in das anstehende Juragestein ein. Dabei wurde der Fels durch die Wucht der Wellen und durch die im Wasser mitgeführten Gerölle und Sande zu einer flachen Brandungsebene abgeschliffen. Gleichzeitig griff das Meer aber auch die Brandungswand selbst an und bildete dabei eine sog. „Hohlkehle“ aus. War diese entsprechend weit bergwärts verlegt, kam es zum Absturz von Felsblöcken aus der überstehenden Wand, die im Laufe der Zeit ebenfalls aufgerieben wurden. So bildete sich schließlich die typische Form eines steil aufragenden „Kliffs“ aus dem Gestein heraus. Der so entstandene bis zu 40 m hohe Geländeanstieg vermittelt heute noch einen Eindruck von den Ausmaßen der vorzeitlichen Klifflandschaft. In ihrem Verlauf trennt die sog. „Klifflinie“ die eingeebnete Flächen- von der zerfurchten Kuppenalb.
Zwar hat die unerbittliche Erosion den steilen Kliffwänden kräftig zugesetzt und sie teilweise verflacht und mit Verwitterungsschutt zugedeckt, doch sie sind gerade auf der Gemarkung Altheim besonders gut erhalten geblieben. Einen überzeugenden Beleg für die einstige Anwesenheit des Meeres findet man auch am Weg unterhalb der Sporthalle, wo korallenführende Jurablöcke aus dem Hang herausragen. Ihre abgeschliffene, glatte Oberfläche ist ein untrügerisches Zeichen für die Wirkung der Meeresbrandung. Außerdem sind sie übersät von unzähligen Löchern von Bohrmuscheln und Bohrwürmern, Tieren die einst den küstennahen Bereich des Meeres bewohnt haben und dort ihre Wohnhöhlen in den Kalkstein ätzten.
Auch im Ortskern selbst stößt man bei Grabungsarbeiten immer wieder auf die Spuren des Molassemeeres. An vielen Stellen treten fette, graublaue Mergel auf, die nicht selten fossile Austernschalen enthalten. Diese schmierig, lehmigen Schichten dichten den von Spalten und Klüften durchzogenen karstigen Weißjura nach oben ab, so dass im nahen Untergrund ein für die Alb selten vorkommendes natürliches Wasserreservoir entstehen konnte.
Viele heute noch voll funktionsfähige Brunnen zeugen davon, dass dieser Wasserspeicher von den Bewohnern Altheims bis in die 1950-er Jahre zur Trinkwasserversorgung genutzt wurde. Man darf sicherlich unterstellen, dass in frühgeschichtlicher Zeit der hier vorgefundene Wasserreichtum auf der sonst so trockenen Alb ausschlaggebend für die Urbesiedlung des Ortes war.

Veranstaltungen

Jährliche Veranstaltungen, die weit über die Orts- und Landkreisgrenzen bekannt sind:

Lichtmessmarkt 2. Februar
Brezgenmarkt im Hungerbrunnental Palmsonntag
Altheimer Festtage Mai
Sonnwendfeier Juni
Herbstmarkt mit Füllestanz Oktober